Hinter dem Modewort „Achtsamkeit/mindfulness“ verbirgt sich weit mehr als die bewusste und gleichzeitig wertfreie Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments und die volle Präsenz im Hier und Jetzt, verbunden mit dem Annehmen und Akzeptieren von dem, was gerade ist.
Mit zunehmender Achtsamkeit sieht man die Dinge immer mehr so, wie sie wirklich sind und dies fördert unsere Weisheit und Klarheit. Daraus entwickelt sich eine wertschätzende und mitfühlende Lebenseinstellung, die eng mit ethischen Verhaltensmustern verknüpft ist, in unserem Alltag. Eine gut trainierte Achtsamkeit gibt uns auch die Möglichkeit, unseren „Autopiloten“, selbst bei starken Gewohnheiten, einmal zu stoppen und innezuhalten. Dieser Raum, der dadurch entsteht, ermöglicht es uns, aktiv Entscheidungen für oder gegen eine Handlung oder einen Gedanken zu treffen. Damit gelangen wir zu mehr Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit. Wir erkennen, dass wir nicht das „Opfer“ unseres „Schicksals“ sind, sondern, dass wir vieles selber gestalten können.
Unsere Sichtweise auf die Welt und unsere Einstellung zu den Dingen ist entscheidend für Erfolg, Misserfolg, positive oder negative Gefühle, die wir erleben. Unsere Gedanken und unsere Einstellung sind sehr machtvoll und bestimmen unser Leben. Und wir haben es in der Hand, welche Gedanken wir fördern wollen und welche wir nicht weiter nähren wollen.
Mit regelmäßigem Achtsamkeitstraining wird man eine gelassenere Grundstimmung und eine höhere Stressresistenz und Resilienz erreichen. Man kann sich zunehmend von den eigenen Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen und den „Problemen“ distanzieren und kann sich als „Beobachter“ betrachten. Auch das Selbstwertgefühl und die Empathie steigen.
„Die Herausforderung der Achtsamkeit besteht darin, für Ihre Erfahrung, so wie sie ist, präsent zu sein, statt sie sofort verändern zu wollen oder sie dazu zu zwingen, anders zu sein, als sie ist.“
Aufgrund der enormen Vielfalt an Meditationstechniken gibt es keine anerkannte, allgemeingültige Definition von dem Wort „Meditation“. Meditation ist eine Form der Geistesschulung. Es gibt Methoden, bei denen Meditation zum Trainieren der Achtsamkeit oder der Konzentration eingesetzt wird, es gibt aber auch analytische oder kontemplative Techniken.
Die positiven Effekte von Meditation auf den Menschen wurden wissenschaftlich erforscht und es gibt inzwischen eine Vielzahl an Studien. Unter anderem führt Meditation zu einer verbesserten Regulation von Emotionen, verbesserten kognitiven Fähigkeiten, einer verbesserten Schlafqualität, Reduktion von Stress und Angst, mehr Zufriedenheit und hat positive Auswirkungen auf unser Immunsystem, unseren Blutdruck sowie Herzerkrankungen. Bewegte Meditationen oder Meditationstechniken, die körperbetont sind, können die Körperwahrnehmung verbessern.
Meditation wird oft mit Spiritualität und Religion in Verbindung gebracht und
oft verbindet man damit nur das stille Sitzen im Lotussitz. Es gibt jedoch sehr
viele verschiedene Meditationsmethoden und es muss sich dabei auch nicht immer
nur um Sitzen handeln. Es gibt z.B. auch Meditation im Gehen oder andere bewegte
Meditationen sowie Meditation bei alltäglichen Tätigkeiten.
Hier im Westen wird Meditation auch oft vollkommen losgelöst von irgendeiner
Religiösen Überzeugung praktiziert z.B. zu Entspannungszwecken, um Ruhe zu
finden, im Rahmen von Stressmanagement, zur Entwicklung der eigenen
Persönlichkeit, um Klarheit zu erlangen oder um mehr über sich selbst zu
erfahren.
Welche Meditationsmethode sich für jeden persönlich eignet, hängt von der
persönlichen Zielsetzung ab und von den individuellen Voraussetzungen.
Gerne möchte ich Sie dabei unterstützen, eine passende Methode für Sie zu
finden und Meditation regelmäßig in Ihren Alltag zu intrigieren!
„Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.“
Bitte keine falschen Erwartungen
Oft wird Meditation auch mit einem Zustand ohne Denken und völliger Gedankenruhe
gleichgesetzt oder einem Dämmerschlaf ähnlichem Zustand. Oft wird in der
Meditation jedoch sogar das Gegenteil von Ruhe erlebt; viele Gedanken und
Emotionen können auftreten und Langeweile, Traurigkeit, Zweifel oder Unruhe
können sich zeigen. Des Weiteren ist Meditation ein Zustand erhöhter
Aufmerksamkeit und Wachheit und hat wenig mit einem Dämmerschlaf zu tun.